© Arnon Hampe

Group Exhibition

»Von der Anwesenheit des Abwesenden«

Group show of the Thomas Michalak class at Photocentrum Gilberto Bosques VHS Friedrichshain-Kreuzberg:

Ute Christina Bauer, Tom Brooks, Christina Denz, Rannveig Einarsdóttir, Arnon Hampe, Ella Maria Kadas, Holger Knote, Lothar Köhler, Lydia Kotzan, Ute Nüchterlein, Werner Probst, Ute Ursula Schäfer, Jürgen Schmidt, Katharina Stöcker, Nils Töpfer

Opening: Saturday, February 11, 2017, 18h
Exhibition: February 12 – 19, 2017
+ framework programme, see below
Opening hours: Mon-Fri 14-20h, Sat & Sun 12-20h
Admission free

Description

(there is no english description available)

Immer noch dominiert die Auffassung, dass die Fotografie ein in großem Maße dokumentarisch arbeitendes Medium ist: Die Kamera hat festgehalten, was sich zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort vor dem Objektiv befand. Dabei wissen wir längst, dass Fotografie nicht nur Sichtbares aufzeichnet und konserviert. Sie schafft und konstruiert darüber hinaus eigene Wirklichkeiten. Eine große – und aktive – Rolle kommt dabei den Betrachter*innen zu, die selbst Geschichten zu den gesehenen Bildern schreiben. Die fotografischen Bilder werden bei diesem Prozess zu Komplizen ihrer Betrachter, sie verbinden sich mit deren vorhandenen Hoffnungen, Ängsten, Verlusten und Utopien und generieren neue.

Vielfältig sind die Strategien, Abwesendes im fotografischen Bild zu einer eigenen, scheinbar realen Welt werden zu lassen. Weil wir unseren Augen viel mehr trauen als unseren anderen Sinnen, ist die Fotografie in besonderem Maße geeignet, alternative Welten zu erzeugen und der real erfahrenen gegenüberzustellen. So kann Fotografie auf etwas verweisen, das nicht mehr ist, aber vielleicht herbeigesehnt wird. Ebenso ist sie in der Lage, auf etwas hinzudeuten, was (noch) nicht ist, das aber als Utopie oder Dystopie ein mehr oder weniger erstrebenswertes Ziel darstellt. Im Bild lassen sich Dinge vergegenwärtigen, die im vorherrschenden gesellschaftlichen Diskurs keinen Platz haben – nicht mehr oder noch nicht. Manchmal werden sie zu Vorbildern, von denen eine verändernde Kraft ausgeht. In anderen Fällen werden sie zu inneren Fluchtburgen, in denen eine Hoffnung überleben kann.

Die ausstellenden Künstler*innen haben sich in ihren Arbeiten mit der Begrenztheit beschäftigt, die der Auffassung einer als vorwiegend dokumentarisch empfundenen Fotografie innewohnt. Sie haben diese Grenzen verschoben und sich einem erweiterten Wirklichkeitsbegriff angenähert. Alle gezeigten Arbeiten entstanden im Rahmen des Projektkurses „Von der Anwesenheit des Abwesenden“ unter der Leitung von Thomas Michalak am Photocentrum der VHS Friedrichshain-Kreuzberg.

Im Rahmen der Ausstellung spricht Prof. Dr. Silke Helmerdig (Hochschule Pforzheim) am 11. Februar zum Thema: „Fotografie: Klischee der Möglichkeiten”. Anstatt sich auf die dokumentarische Qualität der Fotografie zu beziehen, die in der Vergangenheitsform in dem, „was gewesen ist“ verhaftet, schlägt Silke Helmerdig in Ihrem Buch “Fragments, Futures, Absence and the Past” eine neue Lesart für die Fotografie vor: ein um einen „Futur Konjunktiv“ erweitertes Verständnis fotografischer Bilder, die davon erzählen, „was hätte sein können“. So erlauben Fotografien ein Denken möglicher Zukünfte, anstatt in der Vergangenheit zu verharren.

Zur Ausstellung erscheint ein 140 seitiger Katalog.

Künstler Websites:
Ute Christina Bauer, Tom Brooks, Christina Denz, Rannveig Einarsdóttir, Arnon Hampe, Ella Maria Kadas, Holger Knote, Lothar Köhler, Lydia Kotzan, Ute Nüchterlein, Werner Probst, Ute Ursula Schäfer, Jürgen Schmidt, Katharina Stöcker, Nils Töpfer

Rahmenprogramm

Sonntag, 19.2.2017, 15 Uhr
Vortrag von Prof. Silke Helmerdig, PhD: „Fotografie: Klischee der Möglichkeiten”

Sonntag, 19. Februar 2016, 16 Uhr
Geführtes Künstlergespräch, anschließend Finissage

Weitere Details zur Ausstellung unter
exhibit.photocentrum.de/da-und-nicht-da

Event Details

Photocentrum der Gilberto Bosques VHS Friedrichshain-Kreuzberg
|||::
Mariannenplatz 2, 10997 Berlin, Germany

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