The galleries in Berlin are currently closed to visitors until further notice in order to help contain the spread of the coronavirus. Stay healthy, STAY AT HOME, and enjoy exploring the artworks digitally here on PiB! ps: Also follow PiB on Instagram for the upcoming takeovers by gallerists & artists!
Als Schutz vor der Verbreitung des COVID-19 Virus sind die Berliner Galerien für den Publikumsverkehr geschlossen. Bleibt gesund, BLEIBT ZUHAUSE, und genießt die Ausstellungen ausnahmsweise in digitaler Form hier auf PiB! Ps: Folgt PiB auf Instagram für die kommenden Takeovers von Galerist*innen & Künstler*innen!

#PiBinterview

7 FRAGEN AN…
Theodor Barth

PiB Interview Nº15 | Juni 2020

(Note: this interview is only available in German)

Viel Vergnügen mit dem #PiBinterview Nº15 in der Reihe »7 Fragen an…«, diesmal mit dem Fotografen Theodor Barth!

PiB: Herzlich willkommen, Theodor! Könntest du dich bitte kurz vorstellen?

Mein Name ist Theodor Barth, ich lebe und arbeite als Fotograf in Köln. Die Bereiche in denen ich tätig bin sind Arbeiten für Magazine, überregionale Zeitungen und Online im Bereich Editorial und Corporate Media sowie für Buchprojekte. Die Spannweite der Themenbereiche ist dabei immer vielfältiger geworden: früher entstanden Portraits und Reportagen für Magazine und Zeitungen, heute ist das Thema Automotive hinzu gekommen.

Zudem arbeite ich in letzter Zeit häufiger an eigenen Langzeitprojekten die als Ausstellungs-und/oder Buchprojekt geplant sind. Diese freien Arbeiten werden für mich persönlich immer bedeutender.
Hier einige Beispiele:

11uhr11:
Ausstellungs- und Buchprojekt über den Kölner Karneval. Ein Gemeinschaftsprojekt von insgesamt 9 FotografInnen aus Köln. (Bild #1 + 2)

Auf der Kohle:
Langzeitprojekt über das Dorf Manheim, dass dem Braunkohleabbau in Garzweiler weichen muss. Ausgezeichnet mit dem 3. Preis Vonovia Award für Fotografie 2019. Work in progress. (Bild #3)

Elternhaus:
Über das Leben von Flüchtlingen in meinem Elternhaus, in dem ich geboren und aufgewachsen bin. Work in progress. (Bild #4, 5, 6)

Ghost Cars:
Verlassene Autowracks in der Nacht. Ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Fotografen Uwe Sülflohn. 2019 als Buch „Lost Cars“ erschienen im Geramond Verlag. (Bild #7 + 8)

Argo:
Ein Fotoessay über die Hafenstadt Poti in Georgien. Mit einem Stipendium der VG BildKunst gefördert. Vorraussichtliche Veröffentlichung in der Zeitschrift „mare“ im August 2020. Als Ausstellungs- und Buchprojekt geplant. (Bild #9)

PiB: Wie/wann kamst du zur Fotografie, und was bedeutet Fotografie für dich?

Fotografie bedeutet für mich, auf der visuellen Ebene etwas zu erzählen, etwas auszudrücken, was über das reine Abbilden von Geschehnissen hinaus geht. Im Idealfall ist die Fotografie so erzählerisch wie es eine geschriebene Reportage oder ein Essay sein kann. Die Fotografie bildet ein eigenes Narrativ. Dabei ist mir auch die Sinnlichkeit wichtig. Etwas, was mir häufig fehlt, in der zeitgenössischen Dokumentarfotografie, die mich oft nur geistig heraus fordert.

PiB: Wer/was inspiriert dich?

Inspiration finde ich in den Arbeiten verstorbener und zeitgenössischer Fotografen, aber auch in der Malerei. Inspiration finde ich aber auch im Leben, im Schauen was mir im Leben begegnet. Ein gutes Beispiel ist, dass ich während der Coronakrise fasziniert war von den improvisierten Coronaschutzwänden. Plötzlich wurde die reale Welt zu einer abstrakten, da Reflexion, Licht und Schatten sich auf ihren Oberflächen bewegten. Ich begann, sie zu fotografieren und arbeite daran weiter. Ein Teil der Bilder wurde gerade im Süddeutsche Zeitung Magazin am 15.4.2020 veröffentlicht.

PiB: Ist das Medium Fotobuch wichtig für dich – wenn ja warum, und welche Fotobücher haben dich am meisten geprägt?

Fotobücher, die mich inspirieren:

„Ray’s a laugh“ von Richard Billingham.
„An American Index of the Hidden and Unfamiliar“ von Taryn Simon.
„The Valley“ von Larry Sultan.
„Hart Island“ von Joel Sternfeld.
„Imaginary Club“ von Oliver Sieber.
„GoNoGo“ von Ed van Denderen.
„Dunkle Odyssee“ von Philip Jones Griffiths.
„Café Lehmnitz“ von Anders Petersen.
„A House is not a Home“ von Bruce Weber.

PiB: Welches deiner eigenen Bilder bedeutet dir am meisten?

Am meisten bedeutet mir dieses Bild. Es ist während meiner Diplomarbeit auf der Insel El Hierro entstanden. Ich stand immer wieder morgens um fünf Uhr am Hafen, um mit den Fischern raus zu fahren. Bis es endlich klappte und Juan und Manolo mich mitnahmen. Es gehört auch zu meinen eindrücklichsten Erlebnissen. Das Foto ist analog fotografiert und geprintet. Es hängt in meiner Wohnung und ist mein kleiner privater Schatz.

PiB: Welchen Ratschlag würdest du einem Fotografen am Beginn seiner/ihrer Laufbahn geben?

Einem/einer jungen FotografIn würde ich zu Beginn der Karriere raten, sich mit den Kommunikationsmöglichkeiten des Social Media und dem Medium Film, als darstellendes Medium zu beschäftigen. Darüber hinaus auch sollte er/sie an seiner/ihrer Sprachkompetenz in Fremdsprachen arbeiten. Damit sage ich den jungen FotografInnen aber nichts Neues.
Doch was ich aus meinen Erfahrungen jedem empfehlen würde ist: folge deinen Neigungen. Die Fotografie ist so vielfältig wie die Persönlichkeit eines Menschen. Habe ich Freude und Erfüllung an der Arbeit, wenn ich meine Bilder inszeniere? Oder bin ich ehr der Suchende, der Entdecker? Will ich alles unter Kontrolle haben, oder kann ich mich auf unterschiedliche, mit auch schwierigen und gefährlichen Gegebenheiten einstellen? Bin ich der Perfektionist, oder will ich den richtigen Moment und das authentische, nicht manipulierte Bild, erschaffen? Folge ich lieber den vorgegeben Aufträgen oder schöpfe ich lieber die Themen und Bildwelten aus mir selbst heraus? Soll das fotografierte Bild schon im weitesten Sinne das Endergebnis meiner Arbeit sein, oder ist es nur Rohstoff für weitere Bearbeitungsschritte?
Das sind nur einige Fragen, die jeder für sich beantworten sollte.
Entspricht das, was ich tue, auch meiner Persönlichkeit, kann ich darin auch sehr erfolgreich sein.

PiB: Welcher Teil deiner Tätigkeit macht dir am meisten/wenigsten Spaß?

Am meisten Spaß macht mir das unterwegs sein, die Begegnungen mit Menschen; das, was ich mit der Kamera erlebe. Am wenigsten die oft stundenlange Ausarbeitung am Rechner.
Als Beispiel Bilder aus Libyen, kurz nach dem Bürgerkrieg:

PiB: Wie definierst du Erfolg?

Erfolg ist, wenn meine Arbeiten in irgendeiner Weise sichtbar sind. Erfolg ist die Resonanz und die Anerkennung, die man erhält. Erfolg ist das Vertrauen des Auftraggebers, während einer Fotoproduktion. Erfolg ist, nicht nur das Erwartbare zu fotografieren, sondern darüber hinaus.

PiB: Herzlichen Dank für dieses Interview, Theodor!

Anm. d. Red.: Die gesamte Interviewreihe mit allen 4 Preisträger*innen des »Vonovia Award für Fotografie 2019« gibt es hier auf PiB: Mona Schulzek, Bastian Thiery, Theodor Barth, Marlene Hoberger.
Die Anmeldefrist für den Vonovia Award für Fotografie 2020 endet am 30. Juni 2020.

#PiBinterview
PiB Interviews

PiB’s current print issue
PiB Guide Nº32
SEP/OCT 2020

#pibguide

Discover great photography exhibitions/events in Berlin in PiB’s bi-monthly print issue, the PiB Guide! The PiB Guide Nº32 SEP/OCT is available as a booklet, A6 format · 56 pages · English & German · worldwide shipping.

Order your copy
Become a part of PiB’s next print issue!
Present your photography exhibition (or event, photobook, magazine, etc.) to PiB’s international audience of photography enthusiasts!
The print deadline for the PiB Guide Nº33 NOV/DEC 2020 is October 17th.
For additional infos please refer to PiB’s media kit, and feel free to get in touch for the current advertisement rates.
Note: PiB Online-Features are possible anytime – the print deadline does not apply for those.

PiB’s E-Newsletter

Sign up for PiB’s free Email-Newsletter and stay up-to-date in Berlin’s photography scene!

Newsletter Sign-up
PiB's Weekly E-Newsletter
PiB's Weekly E-Newsletter

You & PiB

Reach a dedicated audience of art & photography enthusiasts in Berlin & beyond – by presenting your exhibition/event or institution/product/service with PiB!

Learn more

Events throughout Berlin
Popular
this week

Promote Your Photographic Publication Via PiB!
Promote Your Photographic Publication Via PiB!

Present your publication…

…with PiB to a dedicated audience of art & photography enthusiasts in Berlin & beyond!
A feature is possible in PiB’s print issue and/or online.
Photobooks should (in the broadest sense) have a thematic reference to Berlin,
photography magazines on the other hand can comprise various topics.
Read more

Discover more
Photobooks & Publications
…featured on PiB!

#Tags for this article: