© Chiara Dazi | Der Mammut

Group Exhibition

»Lebensraum«

An exhibition in three parts, curated by Christel Boget and Elfi Rückert (ParisBerlin>fotogroup)

Holger Biermann, Chiara Dazi, Vanessa Deflache, Torben Geeck, hannah goldstein, Andreas B. Krueger, Claire Laude, Gilles Raynaldy, Gilles Roudière, Sandra Schmalz, Myrtille Visscher, Matthias Walendy

Opening evenings: Thursday, February 4 / 11 / 18, 2016, from 19h
Exhibition: February 5 – 21, 2016
Artist Talks: Sunday, February 7 / 14 / 21, 2016, 18h
Venue: tête, Schönhauser Allee 161A, 10435 Berlin [Prenzlauer Berg]
Opening hours: Fri-Sun 14-19h

Description

(there is no english description available)

LEBENSRAUM I,II,III

Aufbauend auf der letzten Gruppenausstellung von ParisBerlin zum Thema GARTEN widmet sich diese Ausstellung, kuratiert von Christel Boget und Elfi Rückert, dem städtischen LEBENSRAUM. Sie ist als dreiteiliger Zyklus angelegt, der die verschiedenen Aspekte dieses Themas beleuchten soll: Habitat-Grün-Wurzeln.

Im ersten Teil „Habitat“ geht es um gebauten Lebensraum und seine Wechselwirkungen zu uns Menschen. Welche Formen des Wohnens gibt es? Inwieweit kann der Mensch seinen Lebensraum nach seinen Vorstellungen gestalten? Wie beeinflussen architektonische und politische Entscheidungen den Wohnraum? Städte sind überfüllt, laut und schnell, auch daher bieten sie Räume des Rückzugs.

In „Grün“ wird der Sehnsucht nach einem Berührungspunkt von Mensch und Naturidyll nachgegangen. Gärten sind nicht Natur und doch der Versuch einer Antwort. Grüne Oasen in der Stadt sind magische Orte von starker symbolischer Bedeutung, Orte an denen das Suchen, ein Zurruhekommen und ein Rückbesinnen auf Ursprünge möglich sind.

Diesen Ursprüngen wird im dritten Teil der Ausstellungsreihe nachgeforscht. Wie wichtig sind Orte und Identitäten für unsere zunehmend internationalen Biografien? Gibt es einen besonderen städtischen Drang, danach zu suchen? Was passiert wenn Lebensraum verändert, gar verloren wurde? Die eigenen „Wurzeln“, die stark mit dem Lebensraum verankert sind, rücken hierbei in den Vordergrund.

Ausgestellte Fotografen:

Teil I //// HABITAT (5.2-7.2. 2016, Vernissage 4.2.)

Chiara Dazi, Claire Laude, Gilles Raynaldy, Myrtille Visscher

Teil II //// GRÜN (12.2.-14.2. 2016, Vernissage 11.2.)
+ Sonntag, 14.02. ab 18h: Screening des Fotofilms Le vieux pommier / Comment paysager le temps, Amélie Losier, 2015)

Holger Biermann, Vanessa Deflache, Torben Geeck, Matthias Walendy

Teil III //// WURZELN (19.2.-21.2.2016, Vernissage 18.2.)

hannah goldstein, Andreas B. Krueger, Gilles Roudière, Sandra Schmalz

Christel Boget und Elfi Rückert sind Kuratorinnen von ParisBerlin>fotogroup, einer Platform, die seit 15 Jahren in der Förderung von zeitgenössischer Fotografie und der deutsch-französischen Kulturwelt aktiv ist.
Die Platform besteht aus einem Kollektiv Pariser und Berliner Fotografen, deren künstlerische Arbeiten in Form von Portfolios, Projektionen, Ausstellungen, Editionen etc. gezeigt und verbreitet wird. ParisBerlin>fotogroup lädt regelmäßig Fotografen ein, um an künstlerischen Projekten mitzuarbeiten.
Zu den Aktivitäten von ParisBerlin>fotogroup gehören das Kuratieren von Ausstellungen, die Koordination von künstlerischen Projekten, die Organisation von Workshops und Fotografiekursen für Kinder und Jugendliche, Portfolio Reviews, die Veröffentlichung von Katalogen, Kalendern, Postkarten, Büchern etc.
ParisBerlin>fotogroup ist Organisator des Festivals «Monat der Fotografie-Off» in Berlin sowie Begründer des Ausstellungskonzepts FOTOHAUS.

Teil I //// HABITAT (5.2-7.2. 2016, Vernissage 4.2.)

CHIARA DAZI | Der Mammut

Mammutica, ist ein Betonriese im Herzen von Novi Zagreb. Mit 240×70 Metern ist er noch immer der größte Wohnkomplex in ganz Kroatien – einem Land, das einmal zur Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien gehörte, vom Bürgerkrieg verwüstet wurde und jetzt Mitglied in der EU ist. Der Mammut steht in der Landschaft vom Travno-Viertel und gilt heute als einzige Sicherheit. Seine Stabilität beruhigt die Einwohner und verspricht den Arbeitern, Akademikern und Soldaten ein gutes Leben zwischen den Grünflächen und den Gemeinschaftsräumen.

Chiara Dazi wurde in Italien geboren. Die Abschlussarbeit ihres Studiums der Kommunikation schrieb sie über die deutsche Ostalgie. Sie arbeitete im Archiv der Pariser Fotoagentur VU’ und ging anschließend nach Berlin, um an der Ostkreuzschule zu studieren. Chiaras fotografische Themen sind Identitäten, kollektives Gedächtnis, Grenzen und Alltag in Europa.

CLAIRE LAUDE | «Hier bin ich Mensch» – ALEXANDERPLATZ

«Hier bin ich Mensch» – ALEXANDERPLATZ ist eine Neudefinition und eine Collage mehrerer Serien von Claire Laude über den Alexanderplatz, die über einen Zeitraum von vierzehn Jahren entstanden sind. Hinterfragt werden die ständigen und rasanten Veränderung des Platzes und die Spuren der Ost-Berlin DDR Architektur, die Grenzen der Wahrnehmung, die Verwandlung eines Platzes und deren räumlichen, architektonischen und menschlichen Folgen.

Claire Laude, geboren 1975, in Frankreich, lebt und arbeitet seit 1998 in Berlin. Architektin und Fotografin. Sie ist seit 2010 Mitbegründerin und Mitglied des Kollektivs und Projektraumes exp12/exposure twelve. Ihre Arbeit wurde in Frankreich, Deutschland und international ausgestellt.

GILLES RAYNALDY | Habitat social en Meuse

2006 beginnt Gilles Raynaldy im Auftrag des Landkreises eine Arbeit über Sozialen Wohnungsbau im Departement Meuse zu machen. Das Ziel: « die Nutzung, die Grenzen und die Bindungen der Viertel zu zeigen. Diese Arbeit zeigt eine neue Vision des sozialen Wohnens am Anfang des 21. Jahrhunderts. Sie trägt dazu bei, die städtebaulichen Begrenzungen des Viertels sichtbar zu machen, lädt uns zum Herumwandern ein und hinterfragt vor allem den Blick des Betrachters. Die Bilder sind bezeichnend für die urbane Vielschichtigkeit und zeigen uns diese Gebiete als empfindliche Zonen.

Gilles Raynaldy lebt und arbeitet in Paris. Er ist Absolvent der École Nationale Supérieure d’Arts de Paris Cergy. Seine Werke waren in Galerien, auf Festivals sowie auf nationalen und internationalen Messen für zeitgenössische Kunst ausgestellt. In spezifischen Projekten wie über die Gesamtschule Jean-Jaurès in Montreuil, Sozialbauten in Meuse oder das neue Nationalarchiv in Pierrefitte-sur-Seine machen seine Arbeiten komplexe soziale und urbane Realitäten sichtbar. Sein erstes Buch, Jean-Jaurès, wurde für zwei Preise nominiert.

MYRTILLE VISSCHER | Légers sur la Terre

Seit 2008 treffe ich Frauen und Männer, die die radikale Entscheidung für alternatives Wohnen wie Jurten, Zirkuswagen, Hütten, etc. getroffen haben, weitab vom üblichen Konsumrausch. Sie möchten dem zermürbenen Chaos einer Gesellschaft entkommen, die in wirtschafftlicher, ökologischer und politischer Krise steckt. Die Menschen, die ich an gemeinschaftlichen Orten in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland fotografiert habe, wollen lieber «sein» statt zu «haben». Dafür nehmen sie bewusst eigene Einschränkungen in Kauf.

Myrtille Visscher lebt in Toulouse. Nach ihrem Diplom an der Royal Academy of Arts in Haye, Niederlande, geht sie 2008 auf Reisen durch Indien und Nepal. Dem Menschen zugewandt, stellt ihre Fotografie die Entscheidung zum «anderen» Leben in den Mittelpunkt.

Teil II //// GRÜN (12.2.-14.2. 2016, Vernissage 11.2.)

VANESSA DEFLACHE | Nous n’irons plus au bois

Diese Fotoserie untersucht Erscheinungsformen von Natur in der Stadt, in ihren mitleiderregendsten Formen von kleinsten Spuren von Grün in einem betonierten Umfeld. Sie will uns erinnern, dass die wilde Urnatur irgendwo noch existiert, und uns von der angespannten und zerbrechlichen Bindung zwischen Mensch und Natur erzählen.

Die gebürtige Französin Vanessa Deflache lebte 6 Jahre lang in New York, wo sie am International Center of Photography studierte. Seit 2012 lebt sie in Paris und beschäftigt sich hauptsächlich mit urbanen Portraits.

MATTHIAS WALENDY | re:green

Die Arbeit “re:green” beschäftigt sich mit dem Wunsch der Menschen in der Stadt wieder zurück zur Natur zu finden. Ist es die Sehnsucht sich etwas hinzugeben, das einen vorgeschriebenen Ablauf hat, auf das der Mensch keinen großen Einfluss hat? In einer Gesellschaft, in der er ständig damit beschäftigt ist, sein Leben, seine Arbeit, seine Termine zu koordinieren, sucht er nun hier den Moment, in dem es nicht er ist, der bestimmt, sondern der bestimmt wird. Er muss sich unterordnen, findet Entspannung und Erholung fernab von Zeitdruck und Leistungsstress. Er genießt den Luxus allein zu sein.

Geboren 1981 studierte Matthias Walendy zunächst Fotodesign an der Fachhochschule Dortmund. 2009 wechselte er an die Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin. Hier studierte er bei Thomas Sandberg, Ludwig Rauch und in der Abschlussklasse bei Ute Mahler, wo er 2011 mit der Arbeit „re:green“ das Studium abschloss. Matthias Walendy lebt und arbeitet als freier Fotograf in Berlin.

(Anm. d. Redaktion: siehe auch Matthias Walendys Ausstellung »Asbestos« & »Dunkle Kammern« mit Alexander Gehring in der aff Galerie: Vernissage: Freitag, 5. Februar 2016, 19h / Ausstellung: 6. – 21. Februar 2016)

Teil III //// WURZELN (19.2.-21.2.2016, Vernissage 18.2.)

HANNAH GOLDSTEIN | They sold us a Goldstein

Im Jahr 1880 kauften Joseph and Sarah Menicker auf dem Schwarzmarkt in Vilnius einen Amerikanischen Reisepass mit dem Namen Goldstein darin. Sie flohen dann mit ihren Kindern nach Amerika vor dem Antisemitismus in Europa. Ich bin in die USA gereist um mit meinen Verwandten zu sprechen, meine Familienwurzeln zurückzuverfolgen und mein jüdisches Vermächtnis zu verstehen.

hannah goldstein hat einen Bachelor of Arts in Photographie des Bard College, New York. Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt, in jüngster Vergangenheit in Frankreich, Italien, Australien und Deutschland.

ANDREAS B. KRUEGER I „IT WAS WHEN YOU // AND I

Japan, Tohoku-Region: Auf vier Reisen zwischen 2011 und 2015 entstanden, dokumentiert die Arbeit die Veränderungen der japanischen Küste nach den Verwüstungen durch den Tsunami im März 2011 und der Katastrophe von Fukushima. Das Projekt hat journalistische Wurzeln, entwickelt sich jedoch zu einem Fotoessay, der sich zwischen Stadt- und Landschaftsfotografie bewegt, immer im Bestreben, das Chaos visuell zu ordnen.

1982 in Deutschland geboren, studiert Andreas B. Krueger in Berlin und Paris. Nach einem Aufenthalt in Frankreich beginnt er dort als Fotograf, Regisseur und Art Director zu arbeiten. Er ist Mitglied des Kollektivs ParisBerlin>fotogroup.

GILLES ROUDIERE | Morgengrauen – Kindheit und Fiktion

Gilles Roudière, geboren 1976 in Frankreich, autodidaktischer Fotograf, lebt und arbeitet in Berlin. Seit einigen Jahren reist er regelmäßig in die Länder Mittel-und Osteuropas, vor allem nach Albanien. Sein subjektives fotografisches Erforschen setzt sich in jüngster Zeit auch in Israel und Palestina sowie Istanbul fort. Gilles Roudière wird von der Galerie In)(between in Paris vertreten.

SANDRA SCHMALZ | Im Garten, Video 4min45, 2015

Auf der Suche nach der Heimat finde ich mich im Garten wieder – Gärten der Erinnerung, ehemals reale Orte der Kindheit. Vegetation im Wandel. Blühen, wachsen. Zurecht geschnitten werden von fremden Händen. In der Auseinandersetzung mit der unsichtbar gewordenen Vergangenheit beschreite ich die Vermessung eines verschwundenen Ortes; den Grundriß meiner ehemaligen Grundschule. Ein Wiederentdecken alter Bekannter – ein ungewollter „Jardin secret“ – und eine aktuelle Konfrontation mit dem Gebliebenen. Die Skizze einer Destruktion oder Evolution und einer Veränderung.

Sandra Schmalz studierte Fotografie am Bauhaus in Weimar und lebte danach in Paris. Sie hat einige Künstlerresidenzen, Erfahrung in Ausstellungstätigkeit sowie Preise vorzuweisen. Sie ist Meisterschülerin von Tina Bara an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.

Event Details

© Andreas B. Krueger, It was when you // And I, ParisBerlin>fotogroup, 2015
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Schönhauser Allee 161A, 10435 Berlin, Germany

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